Das sollten Marketer wissen: Vivek Sharma, CEO, Movable Ink

Michael Becker
Michael Becker
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Die Vita unseres Interviewpartners, Vivek Sharma, ist mehr als beeindruckend: Sharma begann als Software Engineer, wechselte dann in den Sales-Bereich, und wandte sich anschließend einem mehr oder weniger neuen Bereich – der E-Mail Experience – zu. Zusammen mit einem Partner gründete er schließlich das Unternehmen Movable Ink. In unserem Interview wird schnell deutlich, dass Sharma der Auffassung ist, wir würden in einer hauptsächlich visuellen Welt leben. Die Krux an der Sache ist allerdings, dass viele Customer Experiences (respektive die Marketer, die dahinter stehen) nicht genügend darauf ausgerichtet sind. Was Abhilfe schaffen könnte, sind AI und Automation, die Marketern langfristig mehr Zeit geben werden, um sich genau auf diesen Bereich zu konzentrieren.

Quelle: SaaStock via Alan Rowlette Photography

Aktueller Aufenthaltsort

New York, NY

Aktuelle Berufsbezeichnung

Gründer & CEO

Bitte beschreibe mit einem Wort, wie Du den Zustand im Marketing heute siehst

Visuell

Bitte erzähle uns etwas über Deinen Background und wie Du dorthin gekommen bist, wo Du heute bist

Ich habe ursprünglich als Software Engineer in einer Retail CRM Software-Firma, namens Blue Martini Software angefangen. Das war 1999 und wir hatten ungefähr 20 Mitarbeiter. Drei Jahre später war unser Mitarbeiterstab rund um den Globus 800 Personen stark und das Unternehmen $6 Mrd. schwer.

Meine ersten Erfahrungen als Entrepreneur konnte ich als Gründer eines Social Networks für Mobilgeräte sammeln, das letztendlich nicht erfolgreich war. Wir hatten viele tolle & innovative Ideen, wie wir Standorte und Entfernungen nutzen konnten, um Menschen andere Personen vorzuschlagen, mit denen Sie vielleicht gerne Zeit verbringen würden – nur leider reichten die mobilen Möglichkeiten im Jahr 2004 dafür (noch) nicht aus.-

Danach wechselte ich in den Sales-Bereich für ein Unternehmen namens Engine Yard, das eine programmierbare App-Services Plattform für „Ruby on Rails“ ist. Ich war in diesem Unternehmen der zweite Sales-Mitarbeiter überhaupt, und habe dort aus erster Hand gelernt, wie wichtig der Sales-Prozess und Verkaufen an sich ist. Ich wünsche mir immer noch, dass ich diese Lektion schon früher gelernt hätte.

2010 habe ich zusammen mit Michael Nutt (Movable Ink’s Co-Founder und CTO) in dem Bereich geforscht und gearbeitet, den wir damals als „unbekanntes Terrain“ in puncto E-Mails betrachteten. Uns war aufgefallen, dass der Fokus beim E-Mail Marketing hauptsächlich auf Listen-Management und Zustellung lag. Content-Experiences waren im besten Fall ein Nebenschauplatz. Das wollten wir ändern. Und heute arbeiten wir mit Hunderten der weltweit größten Marken zusammen, um über E-Mails, das Netz, oder Displays die beste visuelle Erfahrung für den Verbraucher zu bieten.

Was ist Deiner Meinung nach die größte Herausforderung für moderne Marketer?

Um es ganz einfach auszurücken: Marketer und Verbraucher sprechen verschiedene Sprachen. Wir leben in einem visuellen Zeitalter und für Marketer ist es die größte Herausforderung, personalisierte, visuelle und skalierbare Kreativinhalte zu generieren.

Während der letzten 10 Jahre haben Marketer alles daran gesetzt, ihre Kunden besser zu verstehen. Das Ergebnis: Datenbanken, die bis zum Bersten mit Kundendaten aller Art gefüllt sind. Dank dieser Daten und den daraus gewonnenen Informationen, sind Marketer mittlerweile sehr gut darin, herauszufinden, wer überhaupt ihre Zielgruppe ist. Worin sie weniger gut sind: Den letzten Schritt der Kommunikationskette ansprechend zu gestalten – also das, was der Kunde am Ende zu Gesicht bekommt…eine Nachricht. Dieser Punkt, also die Umwandlung von Daten zu einem ansprechenden visuellen Gesamterlebnis – und zwar unabhängig von dem genutzten Kanal – ist es, an dem Movable Ink. effektiv ansetzt und ein großes Verbesserungspotenzial sieht.

Wie kann diese Herausforderung gemeistert werden?

Marketer müssen (neuen) Technologien gegenüber offener werden und Daten und kreative Elemente besser miteinander verbinden. Dafür ist es nötig, einen Schritt zurückzutreten und den eigenen Martech-Stack genau unter die Lupe zu nehmen, um letztendlich herauszufinden, welche Verbesserungen nötig sind, um den Ansprüchen eines visuellen Zeitalters gerecht zu werden.

Wenn Du Marketern von heute eines sagen könntest, was wäre das?

Guter Content und Reichweite sind kein Nullsummenspiel. Viele Marketer fallen dem Trugschluss anheim, dass Sie entweder an Reichweite einbüßen müssen, wenn ihre Nachricht visuell ansprechend sein soll, oder aber mit gegnerisch visuellen Elementen arbeiten müssen, um eine große Zielgruppe zu erreichen. Mit der richtigen Technologie ist beides möglich.

Neue Technologien haben bereits jetzt einen bleibenden Eindruck im Marketing hinterlassen. Wo siehst Du noch Potenzial für eine Revolution der Rolle des Marketers, durch (neue) Technologien?

Je mehr Prozesse automatisiert werden, desto mehr Zeit haben Marketer für strategische Aufgaben. AI wird an dieser Stelle eine wichtige Rolle spielen, und im Zuge der eigenen Entwicklung irgendwann auch Layout, Sprache, Visual Identity, Formulierungen und Tonfall, etc. beeinflussen. AI wird menschliche Kreativität nicht ersetzen können, oder wollen, aber wird auf lange Sicht die Möglichkeiten und Fähigkeiten von Marketern und Kreativen Köpfen langfristig steigern. Dadurch wird AI Marketer dabei unterstützen, bessere Content-Präsentationen zu liefern – ähnlich wie AI sie bereits jetzt dabei unterstützt, Zielgruppen besser zu definieren, oder individuelle Angebote zu optimieren.

Was liest Du im Moment, oder welche Bücher würdest du unseren Lesern empfehlen?

Ich habe kürzlich ein Buch zu Ende gelesen, das ich auf jeden Fall empfehlen würde. Es heißt Creativity, Inc.: Overcoming the Unseen Forces That Stand in the Way of True Inspiration.

Gibt es abschließend noch etwas, das Du unseren Leser und modernen Marketern mit auf den Weg geben möchtest?

Wir haben kürzlich unser drittes, alljährliches Client Summit abgehalten, und einer unserer Vortragsredner war Saul Lopes von Virgin Holidays. Er hat etwas sehr Interessantes gesagt, dass ich gerne mit Euch teilen würde: “Denke nicht, dass Du ein E-Mail Marketer bist, sondern dass Du ein Marketer ist, der überzeugende & ansprechende Erfahrungen für seine Kunden liefert. Deine Rolle ist nicht Kanal-abhängig, sondern viel weiter definiert.“ Und das gilt für alle Marketer da draußen!

Vielen Dank, Vivek Sharma, dass Du Deine Zeit, Deine Eindrücke und Erfahrungen mit uns geteilt hast.

Michael Becker
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